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Sam's Provence : Antibes Juan-les-Pins und Umgebung
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Sam's Provence :  Antibes Juan-les-Pins und Umgebung
28 août 2023

Cap d’Antibes : Fiat Eden Roc, La Spiaggina für zwei Milliardäre

Mitte der 195o-er Jahre wurde die Idee eines Strandwagens, spiaggina auf italienisch, von Fiat ins Leben gerufen, eine wahre Pioniersarbeit. Es handelte sich um ein luxuriöses Spielzeug der „happy few“, welche schon die ganze Welt gesehen hatten, und dann doch immer wieder an die Riviera zurückkamen, süchtig danach, sich grenzenlos zu amüsieren. Jedoch stammten diese ersten Kleinserien-Fahrzeuge allesamt nur aus dem Baukasten Turiner Brot- und Butter-Autos. Die ersten Spiaggina waren denn auch nichts weiter als eine stark modifizierte Variante des Kleinwagens Topolino in seiner Kombiversion. Die seltenste und edelste aller Spiaggina heisst Eden-Roc.

 

Roc1

 

Lediglich Moden hinterherzulaufen, ihre Zeit damit totzuschlagen in einem winzigen Fiat ohne Dach und mit Sitzen aus Korbgeflecht durch die Gegend zu knattern, war doch nicht das ultimative Glückserlebnis jener Superreichen der Witschafstwunderzeit, zumindest nicht für einen längeren Zeitraum. Ohne Hast sind Jetsetter ja bekanntlich nie. Um also gegen jenen so verdammten wie unvermeidbaren, von Grund auf essentiellen Frust tatkräftig einzuschreiten hat der Fiat-Chef Gianni Agnelli den Eden-Roc erschaffen. Für einen derart exklusiven Strandschlitten taugte denn auch nur der Namen eines der berühmtesten Hotelpalastes der gesamten Riviera. Deshalb stand eben das Hôtel du Cap Pate, genauer gesagt dessen Eden-Roc genannter Strandpavillon oberhalb der Meeresfelsen, an der traumhaften Straße, welche das noble Cap d’Antibes mit den mondänen Sandstränden von Juan-les-Pins verbindet. Laut historischer Dokumente von Pininfarina sollen nur zwei Exemplare des Eden-Roc gefertigt worden sein, eins für Gianni Agnelli höchstpersönlich, das andere für seinen Amigo, William Doheny, seines Zeichens amerikanischer Ölmagnat.

 

RocHeck

 

Strandwagen wurden Mitte des letzten Jahrhunderts erfunden, es handelt sich um umgebaute Kleinwagen, die es bei perfektem Sommerwetter ermöglichten in den Firmament-losen Genuss der am azurblauen Himmel schwirrenden Sommersonne zu kommen, nur von einer sanft schwülen Meeresbrise eingelullt. Dabei sind das keine schlichten, irgendwie noch alltagstauglichen Cabriolets. Ganz im Gegenteil, haben sie doch nur eine äußerst geringe Laufleistung, weil sie in den Strandbädern der Côte d’Azur und der italienischen Riviera nur dazu dienen, um von einer hinter hohen Hecken versteckten Luxusvilla in Begleitung einer Bande von Beautys zu einem idyllischen Privatstrand, der glanzpolierten Privatjacht mit frisch geschrupptem Deck oder in ein sündhaft teures Insider-Restaurant zu fahren, in einem Auto, an dem die meisten Karosserieteile abgebaut wurden und die Sitzbezüge aus Korbweiden geflochten waren.

 

HotelduCap

  Das weltberühmte Hôtel du Cap-Eden-Roc auf dem Cap d'Antibes

 

Der allererste Strandwagen war ein Fiat aus dem Jahre 1954, basierend auf der Kombiversion des Topolino, genannt Belvedere. Das Freizeitauto wurde Mare getauft, und ist wesentlich weniger bekannt geblieben als sein Nachfolger, der Ghia Jolly.

 

Mare

  Das allererste Strandauto war der Fiat Mare, als Basis diente das Chassis des Fiat Belvedere, der Kombiversion des Topolino

 

Jener Jolly wurde auf dem Automobilsalon von Turin 1957 an dem Stand eines der wichtigsten Karosserie-Designers und Kleinserienherstellers Carrozzeria Ghia der Öffentlichkeit präsentiert. Es gab ihn in zwei Versionen, auf Basis des Fiat 5oo, sowie etwas kräftiger mit Antrieb und Fahrgestelle des Fiat 6oo. Das Freizeitauto behielt vom Original Front- und Heckpartie, ansonsten wäre der Preis zu hoch geworden. Dieses Prinzip sollte künftig beibehalten werden.

 

KarmannGhia

Luigi Serge und Wilhelm Karmann neben einem Volkswagen Karmann Ghia 1200, Monsieur Philippe, der Fuhrparkleiter des l'Hôtel du Cap und Prinz Albert von Monaco in dem Spiaggina seiner Mutter, Grace Kelly

 

Das Konzept und dessen Umsetzung bewältigte kein Geringerer als Luigi Segre, jener renommierte italienische Automobildesigner, den unbedachte Kollegen einfach „Gigi“ nannten, ohne sich dessen komplexer Persönlichkeit bewusst zu sein, war er doch als knallharter Geschäftsmann und kühner Ingenieur verschrien. Seine Zielgruppe waren Luxushotels, und Gigi Segre’s Rechnung ging auf, wurden immerhin etwa 1.3oo Ghia Jolly von 1957 bis Mitte der 196o-er Jahre gebaut. Und darüber hinaus profitierten sowohl Ghia als auch Fiat von einer breiten Mediendeckung, vor allem mit Fotoberichten des Jolly mit der monegassischen Prinzenfamilie, Jackie Kennedy, Winston Churchill, Yul Brynner oder dem amerikanischen Präsidenten Lyndon Johnson.

 

RocPub

Zahlreiche Presseartikel : links der erste Eden-Roc in einem italienischen Automagazin und rechts der knallrote Strandwagen Jolly der Fürstenfamilie von Monaco in der regenbogenpresse

 

Dabei kann man durchaus behaupten, sämtliche spiaggina waren Sprösslinge Agnellis. Der Fiat-Boss hatte schon 1954 die ersten beiden Mare gleich Mal für sich selbst und für seinen mindestens ebenso reichen Kumpel, dem griechischen Groß-Reeder Aristote Onassis reserviert. Jedoch war der unangefochtene Patron der Fabbrica Italiana Automobili Torino nicht wirklich damit zufrieden, seine Familie und Freunde nur in einem umgebauten Kleinstwagen herumzufahren.

 

 

Villa_Leopolda_Villefranche-sur-Mer

Die Villa Leopolda, wo insgesamt fünfzig Gärtner angestellt waren, um sich um den Park zu kümmern

 

Zu jener Zeit war Agnelli bereits Besitzer der Villa Leopolda in Villefranche-sur-Mer, der ehemaligen Residenz des belgischen Königs Leopold II. Um seine Gäste in seinem, mehrere Hektar weiten, von 12oo Bäumen beschatteten Garten, darunter uralte Oliven, Zitronen, Orangen und sonstige Obstbäume, gebührend zum Privatstrand zu chauffieren, suchte er Rat bei einem weiteren italienischen Automobildesigner, Pininfarina. Jener sollte auf Basis eines Fiat 6oo Multipla einen neuen Strandwagen entwickeln, der nicht nur elegant und luxuriös sein sollte, sondern gleichzeitig rundum praktisch. So entstand der Fiat 6oo Multipla Eden Roc. Das Fahrzeug wurde auf dem Pariser Autosalon von 1956 der Öffentlichkeit präsentiert, allerdings letztlich von Ghia gefertigt.

 

SkiNaut

  Riviera-Style pur : der Fiat Multipla Eden Roc von William Doheny in Kalifornien

 

Es gab nur zwei Exemplare, eines für Gianni Agnelli selbst, der zweite für William Doheny, CEO des nordamerikanischen Ölgiganten Union Oil. Doheny benutzte das Fahrzeug höchstpersönlich in seinem weitflächigen Anwesen am Ufer des kalifornischen Lake Arrowhead. Der Strandwagen ist immer noch in Familienbesitz, wird er doch heute von Dohery’s Enkel gehegt und gepflegt.

 

AgnelliAntibes

 Die Agnellis auf dem Cap d'Antibes, Gianni am Steuer seines Fiat 130 und ganz ungeniert auf seiner Luxusjacht

 

Es ist kein Geheimnis, dass Gianni Agnelli ein ausgesprochenes Faible für ganz besondere Autos hatte, und dabei konnte er es jeweils kaum erwarten, bis wieder eine neue vierrädrige Überraschung in seiner Garage stand. Um zum Skiurlaub zu fahren ließ er sich einen Fiat 13o Familiare Woody mit einem geflochtenen Skikoffer auf dem Dach bauen, oder, um Jagen zu gehen, einen zweitürigen, goldfarbenen Shooting Brake Maremme, ebenfalls auf Basis des Fiat 13o. Sein eigentliches Lieblingsauto, zumindest für den Alltag, war ein doch recht bescheidene metallicblauer Fiat 125S, mit einem überarbeiteten 100 PS-Motor und Getriebeautomatik, was zu jener Zeit noch recht selten war. Um jedoch an der Côte d’Azur den Playboy zu spielen, bevorzugte er nach wie vor den 6oo Multipla Eden Roc.

 

Multipla

 Der Fiat 6oo Multipla, Urahn der Grossraumlimousinen

 

Kaum vorstellbar, dass als Basis des schicken Eden-Roc ein simpler 6oo Multipla diente, dieses von italienischen Taxifahrern bevorzugte, bis in die 197o-er Jahre benutzte Unikum. Ich machte mit dem 6oo Multipla schon als Kind in den 196o-er Jahren Bekanntschaft. Mein Vater hatte einen solchen gebraucht in München aufgetan, um diesen seinem tschechischen Cousin aus Pilsen zu schenken. Das geschah in jener Zeit als der Prager Frühling schwelte, der sich ja seit dem 13. Kongress der Kommunistischen Partei KSČ im Juni 1966 schon ankündigte, als die Delegierten ein Liberalisierungs- und Demokratisierungsprogramm durchbrachten. Ein Sozialismus mit menschlichem Antlitz sollte geschaffen werden. Aber das verstand ich damals alles nicht so recht, und schon gar nicht, dass der Fiat 6oo Multipla ein für seine Zeit geradezu revolutionäres Auto gewesen sein soll. Ich habe den 6oo Multipla schlicht und einfach potthässlich gefunden. Wie mein Vater aber erklärte, war diese bestens unterhaltene Kiste jedenfalls spottbillig, wies zudem nur wenige Kilometer Laufleistung auf, und stellte so die beste Wahl dar. Zudem gab es überall mechanische Ersatzteile für einen Fiat 6oo, selbst hinter dem Eisernen Vorhang während des Kalten Krieges. Der 6oo-er wurde sogar unter Lizenz bei Zastava im jugoslawischen Kragujevac gefertigt, und von dort auch in Ostblockländer exportiert. Der 6oo Multipla entsprach mechanisch dem Fiat 6oo, hatte den gleichen 633 cm3 Motor mit 21 PS, was eine Höchstgeschwindigkeit von 9o km/h erlaubte, bei einem Spritverbrauch von 6,7 Liter auf 1oo Kilometer. Freilich war unsere Pilsener Familie froh darüber, endlich ein eigenes Auto zu besitzen, aber gleichzeitig waren sie etwas verstimmt. Ohne es offen gegenüber meinem Vater auszusprechen, waren sie davon überzeugt den einzigen Fiat 6oo Multipla der gesamten Tschechoslowakei zu besitzen, und zugleich das hässlichste Auto des Landes. Der Multipla wurde einige Jahre später verkauft, und ich hoffe nur, dass ihn irgendeiner doch aufgehoben hat, da für restaurierte Exemplare heute zigtausende Euros auf den Tisch gelegt werden. Zwischenzeitlich hat dieses Auto einen außergewöhnlichen Ruf, nicht nur bei Automobil-Historikern, weil es als die erste in Serie gefertigte Großraumlimousine gilt, lange vor amerikanischen Vans oder dem Renault Espace.

 

PragerFrühling

Im Zeitgeist des Prager Frühlings, der einzige Multipla 600 in Böhmen, rechts ein weisser Fiat - Zastava 600 mit tschechischer Zulassung

 

Der Fiat 6oo Multipla war ein wahres, familientaugliches Raumwunder, zugleich sehr wendig. Auf drei Sitzreihen fanden sechs Personen Platz, in Italien oft auch einige mehr. Wegen des Heckmotors war die Fahrersitzbank weit nach vorne gerückt, ein völlig neues Fahrgefühl, auch in puncto Übersichtlichkeit. Um gerade daraus einen noblen Eden-Roc zu machen, war sicher keine Leichtigkeit. Ästhetisch musste die Karosserie von A bis Z überdacht werden, zunächst durch Weglassen der Türen, dem Abschneiden der Dachpartie und dem Einbau einer kürzeren Windschutzscheibe. Auch die beiden hinteren Sitzreihen wurden ausgebaut und durch eine elegante, hufeisenförmige Bank ersetzt. Wie die Stoßstangen und der seitliche, schmale Rammschutz waren sie aus acajou-farbenen Holz des Cashew-Baumes gefertigt, wie man sie von den Riva-Motorbooten her kannte, welche die Playboys bevorzugt zum Wasserskifahren benutzten.

 

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 Der Fiat 6oo Multipla Eden-Roc und eine Kombiversion, in Italien Panorama genannt, des Fiat 130 Familiare Woody mit einem aus Weiden geflochtenen Skikorb als Dachträger

 

Neben der Idee zum sagenhaften Eden-Roc, war Gianni Agnelli auch Auslöser für den Bau des Jolly. Er brauchte neben dem zu großen und zu schweren Eden-Roc einen deutlich kleineren Strandwagen, den er auf seine Jacht laden konnte. Ohne die geringsten Skrupel inspirierten sich andere Automobilhersteller am Erfolg des Ghia Jolly, um eigene Strandwagen auf den Markt zu bringen. Zuallererst war es 1962 Autobianchi mit seiner Bianchina und später die Fabbrica Italiana Automobili Torino selbst mit der Shelette. Diese war jedenfalls bereits viel moderner, basierte sie doch auf dem Fiat 850 Spider, mit einem um 22 cm gekürztem Fahrgestell und der Frontscheibe des 85o Coupés.

 

 

LeA2

Oft gesichtet an der Côte d'Azur, die Mega-Segeljacht "A" des russischen Oligarchen Andreï Melnitchenko, der auch die Villa Altaïr auf dem Cap d'Antibes bauen liess. Das Schiff wurde von Philippe Starck konzipiert. Seit Ende 2022 steht sie allerdings in den Schlagzeilen : Beim Bau der Luxusjacht in der Werft Nobiskrug in Kiel soll der russische Oligarch, zwischenzeitlich von der Europäischen Union sanktioniert,  eine Subvention von fast 3 Millionen Euros aus budesdeutschen Steuergeldern erhalten haben.

 

Dieses Auto war übrigens eine Kreation eines weiteren genialen carrozzieri italini, Giovanni Michelotti, dieses Mal in Zusammenarbeit mit dem berühmten Designer Philippe Starck, der auch zahlreiche Jachten konzipierte, darunter die berüchtigte „A“, welche bei jedem Auftauchen in den Gewässern von Antibes die Gemüter der Einheimischen erhitzt.

 

AgnelliCap

 Gianni Agnelli auf seiner Jacht und mit seinem Strandauto Eden-Roc in Antibes

 

Andere Autofirmen zogen nach, vor allem aus England und Frankreich. Die größten kommerziellen Erfolge verbuchten dabei der Mini Moke ab 1964 und der Citroën Mehari ab 1968, beide bis heute Stilikonen der automobilen Freizeitmobilität zwischen Saint-Tropez und San Remo. Renault schwamm zwar früh, seit 1961, auf der Spiaginna-Welle mit, indem der französische Automobilkonzern sein Erfolgsmodell 4CV ebenfalls von Ghia zu einem Strandwagen umbauen ließ. Jedoch wurden davon gerade Mal fünfzig Fahrzeuge gefertigt, und vor allem in die USA exportiert. Erst mit den auf R4-Basis gefertigten 4l-Plein-Air und den späteren Rodeos kam relativer Erfolg, wobei der letzte Renault-Strandwagen, der Supercinq-Belle-Île, eher floppte

 

Replica

Die typischen Korbsitze une ein toller Nachbau der Jolly in azurblau

 

Autosammler sind heute mit der Tatsache konfrontiert, dass selbst ein Fiat Jolly sehr selten geworden ist. Wegen auf artisanalen Produktionsmethoden bedingter Mängel und auch dem Fakt, ständig der Meerluft ausgesetzt zu sein, rosteten die Fahrzeuge schnell weg. Jedoch fanden sich später einige technisch versierte Autoschrauber, die aus simplen Fiat 5oo oder Fiat 6oo aus den 195o-er und 196o-er Jahren Jolly-Replikas fertigten. Die Grundmodelle kann man mit etwas Glück noch einigermaßen preisgünstig in Italien auftun. Und selbst zur Herstellung der eleganten Sitze aus Korbweide, welche nasser Badekleidung und Sandkörnern vom Strand bestens widerstehen, gibt es einige wenige Experten, vor allem in Südfrankreich. Zu nennen ist der bekannte Korbflechter Daniel Benibghi aus Vallabrègues in der Nähe von Avignon, der sein Atelier gleich neben dem örtlichen Korbflechter-Museum hat, zudem die geeigneten Weidenruten selbst Vorort herzieht. Benibghi hat bereits für zahlreiche Designer und Modemacher gearbeitet, darunter Pierre Cardin. Vermutlich hat er eine besondere Begabung für Automobilrestaurierung, weil er auch ein erfahrener Automechaniker ist.

 

VannierKorbflechter Daniel Benibghi aus Vallabrègues, unweit von Les Baux und St-Rémy, mit einem seiner BMW-Motorräder.  Benibghi gilt als Spezialist für handgefertigte Einzelstücke aus Korbweide, nicht nur für Accessoires und teile bei der Oldtimer-Restaurierung, er hat auch für zahlreiche Designer und Modemacher gearbeitet, darunter Pierre Cardin (www.vannerie-oseraie.com) 

 

Hingegen an einen Fiat Multipla Eden-Roc zu kommen ist schier aussichtslos. Eins der beiden gefertigten Exemplare steht im Turiner Fiat-Museum, und das andere in den USA. Doch hält sich zäh das Gerücht, dass es ein drittes Exemplar geben sollte, welches von Henry Ford für seine Jacht geordert worden sei.

Simca1200Fiat1100

  Windschutzscheibe des Simca 1200 S Coupé oder des Fiat 1100 Spider, that is the question...

 

Die Modewelle spiaggina wurde denn auch von den amerikanischen Buggys auf Käfer-Basis abgelöst. Sie wird Bruce Meyers zugeschrieben, der Anfang der 196o-er Jahre an einem kalifornischen Strand Leute beobachtete die auf nackten VW-Käfer-Fahrgestelle Kreise über den Sand donnerten. Meyers kam die Idee, eine offene Kunststoffkarosserie zu fertigen, aufs VW-Fahrwerk zu schrauben, und diese Autos schliesslich in Kleinserie zu verkaufen. Bald kamen sehr erschwingliche Kits zum Selberbauen hinzu, die kosteten nur knapp über 5oo Dollar. Das brachte den Durchbruch. Surfer, Hippies, all die Leute die schon gegen den Wind gespuckt und salziges Wasser geschluckt haben, bastelteten sich ihre popfarbenen Buggys fortan einfach selbst. Weil Meyers auf ein Patent verzichtet hatte, kamen bald zahlreiche Konkurenten hinzu, welche ebenfalls Kits zum individuellen Buggy-Bau anboten. Die Welle schwappte bis nach Europa über. In Belgien baute Apal solche Kits, und in Deutschland selbst Karmann, die ja schon mit Ghia zusammenarbeiteten. Der Buggy war neben dem VW-Bus eine Ikone des „Summer of Love“, ein wirklich nonkonformistisches Strandauto, ein Symbol gegen das Establishment.

 

Buggy

Buggys wurden in Amerika erfunden, links der legendäre Manx-Buggy von Bruce Meyers, ein Kit zum Selbstbau und ein grüner Karmann-Buggy

 

Wie auch immer, heute kann man höchstens ins Auge fassen, einen Eden-Roc selbst nachzubauen. Schwierig wäre das Vorhaben schon, aber es lassen sich wenigstens immer noch alte Multipla 6oo-Taxis als Scheunenfund in Italien auftreiben. Für ein voll zu restaurierendes Exemplar muss man wenigstens 1o.ooo € hinblättern. Was hingegen die Windschutzscheibe betrifft, sieht es sehr, sehr schlecht aus. Jedenfalls müsste die Windschutzscheibe eines Simca 1200S Coupé aus jener Zeit, oder auch des Fiat 1100 Spider passen. In puncto Holzarbeiten ist es wesentlich einfacher, einen geeigneten Handwerker zu finden, vor allem unter den aufs Tüfteln an klassischen Jachten spezialisierten Schiffsausstattern im Port Vauban von Antibes. Was die Karosseriearbeiten betrifft, braucht man vor allem einen echt guten Winkelschleifer und ganz viel Geduld. Eden-Roc, ja, das ist was zum Träumen, immer noch.

copyright : Johannes Samuel, 08/2023

 

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